27. Juli 2021

Jeden Tag ein 8. März!

Während in einschlägigen Prospekten deutscher Discounter Blumen und Haushaltsgeräte als Geschenkvorschlag zum “Frauentag” beworben werden, ist es für uns wichtig festzuhalten, dass die Fixierung auf einen einzigen Tag im Jahr nicht ausreichend ist. Wir nehmen den 8. März zum Anlass, um uns an all die kämpferischen Momente in der Geschichte zu erinnern, in denen FLINTA*-Personen der lohnabhängigen Klasse für gleiche Löhne, gleiche Rechte und ein Ende patriarchaler Ausbeutung gekämpft haben. Die Entstehung des Weltfrauentages geht zurück auf die Arbeiter*innenbewegungen der Textilbranche, die seit 1858 Demonstrationen und Streiks organisierten. Seit der Industrialisierung stieg der Anteil der Fabrikarbeiterinnen, welche für gleiche Arbeit nur einen Bruchteil des Lohns der Männer bekamen. Mehrfach wehrten sie sich gegen Diskriminierung und Ungerechtigkeit, indem sie für bessere Löhne, bessere Arbeitsbedingungen, kürzere Arbeitszeiten und gegen unzumutbare Wohn- und Lebensbedingungen streikten. Auf der ganzen Welt stehen FLINTA* in der ersten Reihe von globalen Kämpfen, ob in der chilenischen Revolte, dem Aufstand gegen Rassismus in den USA, den Blockaden Indigener in Kanada, den Klimakämpfen in Deutschland. “Las mujeres siempre estamos en primera linea” – “Wir Frauen sind immer in der ersten Reihe” steht in Chile auf einem Kunstwerk. Überall sind und waren Frauen und Queers in Kämpfe involivert und treiben sie voran. Daran kann keine Repression etwas ändern, weder im 20. Jahrhundert noch heute.
All diese Kämpfe werden und wurden von FLINTA*-Personen geführt, ob Streiks, Revolten oder Revolutionen, Diese kämpferischen Momente auf einen einzigen Tag herunterzubrechen und als rosa-kapitalistischen Wohlfühlfeiertag zu begehen, wird der Ernsthaftigkeit, Kontinuität, Relevanz und Aktualität der Kämpfe nicht gerecht.
Der 8. März ist ein Symbol, ein Tag des Kampfes gegen patriarchale Unterdrückung. Doch es reicht nicht nur diesen einen Tag zu feiern. Wir sollten täglich selbstbewusst gegen patriarchale und kapitalistische Ausbeutung kämpfen, als FLINTA*s und auch als cis-Männer!

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